Hangouts – Fluch oder Segen?

Seit etwas einem halben Jahr erfreuen sich Google Hangouts auch hier in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Auch wir bei Senioren-Lernen-Online, die wir seit Jahren für unsere virtuellen Treffen überwiegend Skype nutzen, experimentieren mit dieser neuen Art von Videokonferenz, z.B. hier! Nachdem ich jetzt bereits das dritte Treffen des von mir moderierten Stammtisches MobileWeb über ein Hangout organisiert habe, schwirrt mir die Frage „Sollte man das nicht als Hangout on Air aufzeichnen?“ im Kopf herum. Doch Vorsicht! Möchte ich mir unser lockeres Geplauder wirklich 60 Minuten ansehen? Ist das alles wirklich so fesselnd?

Diese Fragen tauchten bei mir auch beim Betrachten der Hangouts des Digitalen Quartetts, in dem nahezu professionell über Aktuelles zu Computer und Internet diskutiert wird. Ich habe mir jetzt bereits mehrere Folgen im Nachhinein angesehen und frage mich z.B. warum hier die Komponente Video so sehr vernachlässigt wird. Als Radiosendung toll, aber Google Hangout ermöglicht doch mehr!

Und jetzt der erste Hangout on Air beim MOOC Howtomooc. Spätestens nach dem Tweet von Thorsten Larbig @herrlarbig – Höre beim #MMC13 zu, Video ist überflüssig – wusste ich mich in guter Gesellschaft. Ich habe versucht, mir die mehr als 60 Minuten in der ersten Halbzeit eines langweilig beginnenden Fußballspiels anzusehen. Die Fragezeichen blieben bzw. wurden verstärkt!

Was würde ich also tun, falls ich einmal den Mut für ein Hangout on Air hätte? Im Prinzip geht es darum, von den gefühlten 1000 TV-Talkrunden, die wir sicher hinter uns haben, zu lernen. Also:

  • Thema: Das Hauptthema sollte als Vorspann eingeblendet werden. Bei Hangout kann das relativ einfach über Bildschirm freigeben und der Einblendung eines vorbereiteten Bildes oder Textes realisiert werden.
  • Vorstellungsrunde: Zu jedem Talkgast sollten der Name und ein paar Stichworte eingeblendet werden. Bei Hangout kann man das mit Lower Third realisieren. Aber bitte nicht dauernd den Namen eingeblendet lassen!
  • Gesprächsrunde: Eingeblendete Zwischenthemen oder zwischengeschaltete kurze Videos lockern ein Hangout auf und sorgen vor allen Dingen dafür, das auch die Augen der Zuschauer beschäftigt werden. Dabei sollten auch nicht immer alle Teilnehmer in kleinen Bildern gezeigt werden. Teilweise nicht Beteiligte sollten ausgeblendet und später mit Anzeige des Namens wieder eingeblendet werden. Das alles lässt sich mit Lower Third, YouTube ansehen usw. relativ leicht realisieren.

Wenn dann noch alle Teilnehmer mit passender Technik, d.h. Ohrhörer oder besser noch Headset, versehen sind und die Beleuchtung das Gesicht und nicht den Raum ausleuchtet, dürfte aus technischer Sicht einem interessanten Hangout nichts im Wege stehen.

Insgesamt ist da allerdings nicht wenig zu beachten und zu bedenken, denn um den Inhalt und die Kommentare muss sich ja auch noch jemand kümmern! Ich werde daher wohl noch etwas mit geschlossenen Hangouts experimentieren, bevor ich den Versuch eines besser gemachten Hangout on Air vornehme ;=).

 

Advertisements

6 Gedanken zu „Hangouts – Fluch oder Segen?

  1. guck

    Ich habe mir das gern angesehen, gehöre also nicht zu den Nur-Zuhörern. Außerdem war ich durch zusätzliches Twittern gut ausgelastet, Fussball war nicht nötig. Und ich finde es auch gut einmal sicher zu sein, dass die, die man sieht, fast nix anderes tun können, ich habe also ihre volle Konzentration zum Thema.
    Zufällig habe ich heute ein Video erwischt, das einen Hangout erklären möchte. Als Intro sehe ich quasi 1,5 Minuten nix und höre nur den Erklärer, dachte an fail und wollte schon abhauen.
    Ich erinnere mich an einen Verlagshangout, Die haben das auch zum ersten Mal gemacht und gemerkt, das einiges vorzubereiten und zu beachten ist. Und dass EIN Moderator nicht alles steuern kann. (Der Job von Mons7 ist sehr wichtig. Wenn man dazu noch einen Heinz hat, perfekt.) In der Anleitung (danach?) habe ich das hier gelesen und finde Punkt 4 interessant: das „Muten“, wenn man grad nicht dran ist. Vermeidet das Geklapper der Tastatur.
    http://www.doschu.com/2013/01/5-tipps-und-mehr-zu-google-hangouts-hangouts-on-air/
    hamster44

    Antwort
  2. Heinz Wittenbrink

    Danke für die Tipps! Wir werden versuchen, sie umzusetzen (wobei ich bei den Headsets nicht sicher bin; gestern hing die Qualität offenbar nicht davon ab). Unser Ziel ist aber nicht, die professionelle Qualität zb einer Talkshow zu erreichen, sondern die Teilnermerinnen zu ermutigen, selbst etwas zu machen. Die Intensität des Austauschs hat sich durch den Hangout sehr vergrößert. Deshalb glaube ich nicht, dass es gut gewesen wäre, solange damit zu warten, bis alles perfekt ist.

    Antwort
  3. Pingback: Kann der Lehrer tutorieren? « GI Tel Aviv

  4. Diethild Starkmeth

    Danke für diese Gedanken zu Fishbowling und Google Hangouts. Ich habe diese Form der Veranstaltung in dem ITyPA MOOC zum ersten Mal erlebt und freue mich darüber, in diesem Blog einige meiner Gedanken wiederzufinden, die mir beim Zuhören durch den Kopf gingen.
    1. Zuschauen lohnt sich nicht, denn man sieht ja eh nur „Talking Heads“.
    2. Namenschilder – Namen einblenden – ja bitte.
    3. Themen einblenden funktioniert, ebenso wie kurze Videos.
    4. Moderation ist tricky. Wäre ich mit dieser Aufgabe betraut, würde ich vorab mit den Gästen besprechen, auf welche Fragen sie sich vorbereiten sollten.
    5. Eine zweite Person sollte die Tweets und Google + Kommentare während der Veranstaltung im Auge behalten. Sie sollte Fragen und Anregungen der TN in die Diskussion hineintragen können.
    Ich frage mich, wie ich meine Teilnahme als Gast in einem Fishbowl organisieren würde. Zuhören und gleichzeitig Twitter und Google + im Auge behalten scheint mir stressig. Wäre da nicht ein Learning Management System wie WizIQ einfacher zu handhaben? Wohlgemerkt, dies wäre kein Fishbowl-Format. Andererseits würden Experten und TN sich im selben Raum treffen, was zumindest den Eindruck einer gewissen Nähe vermittelt. George Siemens hat mit Elluminate gearbeitet, was im Grunde das gleiche ist wie WizIQ.
    Was meinen die anderen TN dazu?

    Antwort
    1. Horst Sievert Autor

      Ja, das mit dem Kommentieren an verschiedenen Stellen ist mir auch aufgefallen. Für die Organisatoren hat da ja auch @mons7 sehr schön beobachtet und zusammengefasst. Nur ich als kurzfristiger Live-Zuschauer – und vor allem als späterer Betrachter – wusste nicht so recht wo.

      Auf der anderen Seite würde ich eine besondere Technik, die nicht frei zugänglich ist, für MOOCs als wenig passend empfinden. Die Wahl von Google Hangout ist da schon ok. Je verbreiteter diese Dinge, desto besser können Organisatoren und Nutzer damit umgehen!

      Antwort
  5. Pingback: MMC13 – MOOC macht mich zum Lurker | online

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s