vhsmooc 2 – Lernprozesse zulassen

Seit über 10 Jahren organisiere ich bei Senioren-Lernen-Online (SLO) Angebote zum Online-Lernen. Immer wieder werde ich nach den gemachten Erfahrungen und eventuellen Besonderheiten des Lernens mit SeniorInnen gefragt. Diese mögen durchaus auch im Zusammenhang mit dem gerade laufenden vhsmooc interessieren?! Hier daher ein paar Stichworte:

  • Grundsätzlich lernen Ältere wohl nicht anders als Jüngere. Nach meinen Beobachtungen zeigen sich aber Unterschiede, die von Veranlagungen, Interessen und vor allen Dingen von der Lernvergangenheit herrühren. Die Gruppen sind in der Regel sehr heterogen, was für eine Organisation spricht, die individuellen Belangen Rechnung trägt. Das bedeutet in der Regel aber einen längeren Prozess des Umlernens bei der Leitung, den Vortragenden und Teilnehmern.
  • Die von SLO seit 2002 angestrebte organisatorische Idee der Angebote zeigt obige Grafik. Die maximal einstündigen Online-Treffen haben wir bisher mit unterschiedlicher Technik organisiert, z.Z. wechseln wir bei den Treffen zwischen Skype und Google Hangout. Je nach den Vorlieben der OrganisatorInnen der einzelnen Angebote fallen diese Treffen und auch die Selbststudien sehr unterschiedlich aus.
  • Mein Lernprozess begann zunächst mit relativ straff geplanten Kursen zur Bild- und Videobearbeitung und zur Erstellung von Websites. Dabei wurden sicher 90% der Aktivitäten von mir und meinen PowerPoint-Folien bestimmt – genau so, wie ich es in vielen Jahren eigener Kursteilnahme erlebt und oft auch kritisiert hatte.
  • Nach einigen Jahren hatte ich mich selbst mit Hilfe aktiver TeilnehmerInnen und deren Fragen und Anregungen so weit entwickelt, dass ich offenere Workshops zu obigen Themen, aber auch zu dem aufkommenden Web 2.0 mit Weblogs, Podcasts, Feedreadern, Facebook, Twitter usw. organisieren konnte. Mit Hilfe von mir erstellter kleiner Tutorials und Übungen gelang endlich eine Vorbereitung von Online-Treffen, in denen überwiegend die TeilnehmerInnen Fragen stellen und von eigenen Erfahrungen berichten konnten.
  • Mit den Jahren haben die TeilnehmerInnen, die zum großen Teil bereits seit eine längere Zeit dabei sind, ein hohes Maß an Selbständigkeit erlangt. So ist es jetzt z.B. normaler zunächst nach Tutorials im Internet zu suchen und selbst zu experimentieren. Das hat zu sogenannten Stammtischen geführt, in denen die Aktivitäten der Lernenden überwiegend zwischen den Online-Treffen liegen. Die obige Grafik ist damit in meinen Angeboten endlich wirklich korrekt ;=). Da ich fast nur noch mit Smartphones und Tablets arbeite, habe ich seit 2 Jahren diese zum Inhalt meiner Stammtische MobileWeb gemacht. Ich begleite die Stammtische mit Beiträgen im Weblog test und versuche die Kommunikation über den Twitter-Hashtag #hosiweb anzuregen.

Dieses Lernprinzip dürfte sich auch als Hilfeprinzip eignen, wenn man z.B. Einsteigern in die Welt von Computer und Internet zunächst in einigen realen Treffen ein paar Grundlagen vermittelt und ausgehend von ihren Interessen einen Lernprozess anstößt. Wie man später mit gezielten Übungen zu Aktivitäten anregen und in virtuellen Treffen konkret helfen kann, habe ich u.a. im Weblog (n)onliner beschrieben.

 

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